Druckfrische Leiterplatten

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Es hat sich herum gesprochen, dass mit einem gewöhnlichen Laserdrucker und geeignetem Trägermaterial, schnell und kostengünstig PCB's herstellen lassen.

Die Aussicht, so günstig und schnell an Prototypen zu gelangen, musste einfach erforscht werden. Die Ergebnisse liegen zum Teil weit über dem Erwarteten.

Die besten Resultate erzielte ich allerdings nicht mit Papier und es brauchte  circa ein Dutzend  erfolglose Versuche, mit Zahnbürste und Spülmittel/Badreiniger diverse Papiersorten, so von der Platine zu bürsten,  dass noch Leiterbahnen übrig blieben.  Ich dachte schon daran, einer Freie-Energie-Legende aufzusitzen.

Je kleiner, desto besser.

Der Durchbruch gelang erst, als ich begann gewöhnliche Overhead-Folie als Trägermaterial zu verwenden.  Der Toner löst sich bei entsprechend Hoher Temperatur fast vollständig von der Folie und bleibt am Kupfer haften. Probleme bereiten bei diesem Verfahren nicht die kleinen, sondern die großen Leiterbahnen und Masseflächen.  Da der Toner nie zu hundert Prozent deckend auf die Folie gedruckt wird, kann auch auf der Platine keine deckende Fläche entstehen. Hier heißt es: Nacharbeiten. Ich verwende gewöhnlich CD-Marker aus dem 1-Euro-Laden um die Ecke.

Was ich gelernt habe

  • Platinen schneiden sich besser mit einer Metallschere, als mit einer Eisensäge.
  • Die Kupferfläche muss nicht aufgerauht werden, aber fettfrei sein.
  • Die Fläche, auf der gebügelt wird, sollte so plan wie möglich sein.
  • Das Bügeleisen sollte so plan wie möglich sein.
  • Die Temperatur ist Erfahrungssache und druckerabhängig.
  • Das Festkleben der Vorlage auf der Platine ist überflüssig. Es funktioniert gut, wenn man die Folie auflegt, und mit hoher Temperatur anbügelt. Dabei sollte man eine hohe Temperatur wählen und nicht lange an einer Stelle stehen bleiben. Die Folie wird weich und passt sich (blasenfrei!) an.
  • Nach dem Anbügel unbedingt ein möglichst feines (Taschen)Tuch als Puffer zwischen Bügeleisen und Platine verwenden
  • Platine von mehreren Seiten bearbeiten, damit alle Teile gleichmäßig übertragen werden.
  • Schnelles abkühlen, fördert die Tendenz des Toners, am Kupfer auszuhärten
  • Folie immer langsam und nur von ausreichend abgekühlter Platine abziehen
  • Stifte, auf denen permanent Marker steht (CD-Stifte) sind zum Nacharbeiten geeignet
  • Die Ätzflüssigkeit funktioniert am besten, wenn man die Platine auf der Oberfläche schwimmen lässt.
  • Die Methode funktioniert auch prima für einen Bestückungsdruck auf der Oberseite